Der Ursprung des deutschen Artnamens der Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus), als auch der wissenschaftliche ridibundus beziehen sich auf die Lautäußerungen der Vögel, die als kreischend und lachend beschrieben werden. Im Englischen gibt es die Bezeichnung Laughing Gull, die heute für die nordamerikanische Aztekenmöwe steht. Bis 1788 wurde zwischen der Aztekenmöwe und der Lachmöwe nicht unterschieden, erst danach wurden beide Arten von Linné getrennt. Im Englischen heißt die Lachmöwe seitdem Black-headed Gull. Auch im Französischen wird sie als die lachende Möwe "Mouette rieuse" bezeichnet.
Größe: 37-43 cm
Gewicht: 195-325 g
Verbreitung: von Südgrönland bis Kamtschatka
Nahrung: Opportunist, vielseitig, tierische und pflanzliche Nahrung
Lebensraum: vorwiegend im Binnenland, an den Ufern von Seen und Flüssen
Zugverhalten: Zugvogel in den kalten Klimazonen, Standvogel in Mitteleuropa
Brutzeit: April - Mai
Nest: Bodenbrüter in Kolonien
Fortpflanzung: monogame Saisonehe, 3 (1-4) Eier, 1 Brut pro Jahr, Brutdauer 21-27 Tage, flügge nach 26-28 Tagen
Höchstalter: 32 Jahre
Bestand: in Deutschland 105-150 Tausend Brutpaare, 1,3-2,0 Millionen Brutpaare in Europa, 4,8-8,9 Millionen Vögel weltweit
Status: nicht gefährdet (Trend: unbekannt)
In Deutschland Jahresvogel, Zugvogel, Wintergast, Brutvogel zerstreut in ganz Deutschland, mit Schwerpunkt an der Nordseeküste
Lautstarke Möwe. Das Repertoir der Lachmöwe ist vielfältig und variiert je nach Situation, von lauten Rufen in der Brutzeit bis zu ruhigeren, hellen Rufen im Winterquartier. Während der Brutzeit gehören das charakteristische Jauchzen mit grellen, lang gereihten Rufen mit krächzenden Lauten zu den häufigsten Lautäußerungen, die der Abwehr von Rivalen, der Partnerwerbung und der Kommunikation innerhalb der Kolonie dienen. Neben Droh- und Warnrufen, die in Intensität variieren, gibt es spezifische Laute für Landung, Paarung und Verteidigung des Territoriums. Jungvögel äußern Bettelrufe wie „piie“ oder „quehe“, während erwachsene Möwen in Futterstreitigkeiten schnelle, gereihte Rufe wie „quaquaqua“ oder „käkäkäk“ von sich geben. Im Winterquartier fehlen die brutgebundenen Rufe weitgehend, doch mit der Rückkehr ins Brutgebiet werden sie wieder häufiger.
Die Lachmöwe brütet in Deutschland hauptsächlich im Binnenland in Verlandungszonen von Seen, Altgewässern und künstlichen Stillgewässern sowie an der Küste in Salzwiesen und Bodenmulden. Der Bestand umfasst 115.000–160.000 Paare, was etwa 7 % des europäischen Gesamtbestandes entspricht. Wichtige Brutgebiete befinden sich im nordwestdeutschen Tiefland, insbesondere in den niedersächsischen Wattenmeeren, aber auch im Binnenland wie in der Diepholzer Moorniederung und dem Emsland.
Im Nordosten sind größere Kolonien auf Inseln in Bodden- und Seengebieten verbreitet, während in Mitteldeutschland und Süddeutschland nur wenige, oft isolierte Brutplätze existieren. Im Alpenvorland nimmt die Zahl der Brutvorkommen wieder zu, wobei sich das Hauptgebiet vom Bodensee bis zum Chiemgau erstreckt.
Die Bestandsentwicklung der Lachmöwe zeigt starke Schwankungen und ist geprägt durch Standortwechsel, Koloniebneubildungen und Neubesiedlungen.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Art in neuen Gebieten zu, insbesondere an der deutschen Nordseeküste, wo die Brutbestände in den 1960er Jahren auf etwa 100 Paare anstiegen und später deutlich wuchsen. Die deutsche Nordseeküste erreichte 1997 mit rund 71.000 Brutpaaren ein Maximum, bevor die Zahlen abnahmen. Auch an der Ostseeküste stiegen die Bestände bis in die 1980er Jahre stark an, bevor sie durch Rückgänge um etwa 25 % wieder sanken. Bundesweit erreichte die Lachmöwe 1988 mit etwa 200.000 Paaren ihren Höchststand, wobei Rückgänge vorwiegend auf Jungvogelverluste im Wattenmeer zurückzuführen sind.
Die Lachmöwe trägt im Brutkleid eine schokoladenbraune Gesichtsmaske, die nicht bis in den Nacken reicht, und eine weiße Sichel hinter dem Auge. Der Schnabel und die Füße sind dunkel karminrot. Die Oberseite ist hellgrau, während der Bürzel und der Schwanz rein weiß sind. Auf der Flügeloberseite zeigt sich ein schmaler dunkler Hinterrand, die Unterseite der Handschwingen ist dunkel mit einem markanten weißen Keil am Vorderrand.
Im Ruhekleid ist der Kopf überwiegend weiß, wobei oft ein kleiner dunkler Fleck an den Ohrdecken sowie ein sichelförmiger dunkler Fleck vor dem Auge zu sehen sind. Der Schnabel ist bräunlich-rot gefärbt, die Beine ebenfalls leicht bräunlich-rot. Das restliche Gefieder bleibt wie im Brutkleid, mit hellgrauer Oberseite und weißen Schwanzfedern. Die dunklen Handschwingen der Unterseite behalten ihre charakteristische Zeichnung.
Jungvögel sind durch gelblich-braune Federn, die das weiße und graue Gefieder durchsetzen, zu erkennen. Sie besitzen eine dunkle Schwanzendbinde. Ihr Schnabel ist fleischfarben bis gelblich hornbraun. Während der Jugendmauser werden diese Merkmale im Laufe des zweiten Kalenderjahrs allmählich durch das Erwachsenengefieder ersetzt.
Verwechselung bestehen mit der Schwarzkopfmöwe und der Zwergmöwe. Bei beiden ist die dunkle Kopfhaube bis in den Nacken heruntergezogen.
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